Blick in eine Großküche

EU-Zulassung für Großküchen

Konsequentes Hygienemanagement schützt vor Lebensmittelinfektionen

Temperaturmessung bei einem Gericht
Speisen müssen bei mindestens 65 °C serviert werden, um Gesundheitsrisiken zu vermeiden

Lebensmittelinfektionen haben in den letzten Jahren weltweit stark zugenommen. Sie können durch sorgfältigen, hygienisch einwandfreien Umgang mit Nahrungsmitteln vermieden werden. Das 2006 in Kraft getretene EU-Lebensmittelrecht hat auch die EU-Zulassung für Verpflegungsbetriebe neu geregelt.

Individuelle Beratung
Gern beraten und unterstützen wir Ihren Betrieb auf dem Weg durch Antrag- und Abnahmeverfahren hin zur EU-Zulassung.

Zulassungspflicht
Geben Sie mehr als ein Drittel ihrer Produktion an andere Betriebe ab? Dann unterliegen Sie der Pflicht zur EU-Zulassung. Dies gilt möglicherweise auch, wenn Sie eine Stationsküche oder einen Geschäftsbereich wie Essen auf Rädern betreiben. Die Betriebsgröße ist kein Kriterium, auch mit einem Kleinstbetrieb können Sie zulassungspflichtig sein.

Aus der Praxis

Ein Seniorenheim mit 50 Plätzen beliefert eine Kindertagesstätte mit 25 Essen und benötigt dafür eine EU-Zulassung. Ein Krankenhaus mit 2.000 Patientenessen und 600 Essen im Außer-Haus-Geschäft benötigt keine Zulassung. Ausliefernde Betriebe sind übrigens auch zulassungspflichtig, wenn sie zwar weniger als ein Drittel ihrer Produktion, dieses aber weiter als 100 Kilometer entfernt ausliefern.

Veränderungen in den Arbeitsabläufen können eine Zulassungspflicht bewirken; wenn Sie beispielsweise die Umstellung auf eine Zentralküche oder die Einrichtung von Essen auf Rädern planen. Schon die minimale Veränderung der Anzahl produzierter Mahlzeiten kann ausschlaggebend sein. Prüfen Sie vor einer geplanten Umstrukturierung deshalb unbedingt, ob sie Auswirkungen auf die Zulassungspflicht haben kann. Bei fehlender Zulassung kann die zuständige Aufsichtsbehörde den Betrieb untersagen.

EU-Zulassung = Qualitätsnachweis
Auch wenn Sie nicht zulassungspflichtig sind: Die EU-Zulassung ist ein Qualitätsmerkmal. Ihr freiwilliger Erwerb schafft Vertrauen und wird sich für Ihren Betrieb auszahlen.

Verfahren
Da die EU-Zulassung für Großküchen Ländersache ist, ist die Zuständigkeit der Behörden je nach Bundesland unterschiedlich geregelt. Als Lebensmittelunternehmer, etwas als Geschäftsführer eines Seniorenheims, sind Sie Antragsteller. Die zuständige Behörde wird den Antrag auf Vollständigkeit prüfen und eventuell weitere Unterlagen anfordern. Nach einer vereinbarten Ortsbesichtigung wird über Zulassung und Zulassungsnummer endgültig entschieden. Müssen Sie noch Auflagen erfüllen, wird die Zulassung zunächst auf höchstens sechs Monate befristet.

Weitere Informationen

Lösungshilfen

EU-Zulassung
Unsere Experten informieren Sie umfassend über die Zulassungspflicht und begleiten Sie gerne durch alle Phasen der EU-Zulassung – von der Vorbereitung über die Durchführung bis hin zum Abnahmeverfahren.
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Regenerationskonzepte
Moderne Verpflegungssysteme, wie regenerierfähige Speisen, bieten die Möglichkeit, Produktions- und Verteilprozesse dauerhaft zu optimieren und den Investitionsstau sowie fixe Kosten zu reduzieren.
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Hygiene- und HACCP-Beratung
Ein gelebtes HACCP- und Hygienemanagement beugt Lebensmittelinfektionen vor. Unsere Experten zeigen Ihnen vor Ort Ihre betrieblichen Stärken und Schwächen und prüfen Ihr HACCP- und Hygienemanagement u.a. in Bezug auf rechtliche Aspekte und Funktionalität.
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Seminare Hygiene & Qualität
Für ein gut funktionierendes Hygienesystem müssen alle Mitarbeiter zu aktuellen Anforderungen und Richtlinien geschult werden. Damit erhöhen Sie den Infektionsschutz von Bewohnern und Patienten und leisten einen Beitrag zur Qualitätssicherung.
Seminarübersicht GV-Seminare
Checkliste

Kurz und bündig: Checkliste „EU-Zulassung“

Welche Behörde ist für Sie zuständig?
  • Bezirks- oder Landesbehörden, gelegentlich Kreisbehörden
  • Die Umsetzung ist Ländersache und wird in jedem Bundesland unterschiedlich gehandhabt.
Was müssen Sie vorlegen?
  • Betriebsspiegel (Formular)
  • Grundrisspläne von Personalwegen, Materialfluss und Maschinenaufstellung
  • Nachweis der Zuverlässigkeit des Lebensmittelunternehmers (Führungszeugnis, Handelsregisterauszug, Sachkundenachweis)
Welche Meilensteine gibt es im Verfahren?
  • (Formlose) Antragstellung beim Veterinäramt
  • Prüfung auf Vollständigkeit; eventuell weitere Unterlagen auf Anforderung
  • Vereinbarte Ortsbesichtigung
  • Entscheidung über endgültige Zulassung und Vergabe einer Zulassungsnummer (befristet bei Auflagen)
  • Erteilung des Zulassungsbescheids